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Inhaltsverzeichnis

Erleuchtung: Weihen Sie sich ein
Eine Anleitung

Das Loslassen

Wer die Erleuchtung sucht, muss loslassen können. Wer auf dem Weg zu Gott ist, darf sich nicht an allem festkrallen. Er muss daran gehen seine Bodenhaftung zu verlieren. Schauen wir uns den christlichen Meister im Loslassen an: Jesus Christus. Er konnte alles loslassen und lebte in völliger Armut. Er zeigte uns, dass man an keinen Gütern der Welt festhalten muss, um seinen Weg zu finden. Das wirkliche Loslassen ist allumfassend. Es ist völlig. Es ist absolut. Soweit müssen wir aber nicht gehen. Denn Jesus war ein Meister der Meister.

Wenn Sie die Erleuchtung suchen, dann stehen Sie erst am Anfang dieses Weges. Die Einweihung ist der aller erste Schritt in die richtige Richtung. Er ist wegweisend. Man kann ihn allerdings auch wieder verlassen. 

Man hat immer und überall die Wahl, den Weg weiter zu gehen, stehen zu bleiben, zurück zu blicken oder umzukehren.

Sobald sie diesen Weg eingeschlagen haben, werden Ihnen Mittel gezeigt, mit denen Sie diesen Schritt erfolgreich gehen können. Diese Lektüre gehört dazu. Es will Ihnen Hilfen geben, um sicher Ihr Ziel zu erreichen.

Doch es gibt ein Problem. Welches, werden Sie fragen?

Sie sind das Problem. Sie müssen sich nicht nur auf den Weg machen, sondern dabei auch noch die schwierigste Hürde überwinden, die es für einen Menschen gibt, das Loslassen. Sie finden hier nicht nur Anleitungen für Ihren Weg, sondern auch Hilfen, wie Sie alle Hindernisse überwinden können.

Sie haben jetzt bereits die Suggestion gelernt. Mit dieser Hilfe können wir fast alles erreichen, auch die Erleuchtung. Sie hat die Aufgabe, Ihnen künftig den Weg zu ebnen.

In der Mystik gibt es gewisse Schranken zu überwinden, um weiter voran zu kommen. Wenn ein Mensch ein Freiraum hat, z.B. sich zwischen gut und schlecht zu bewegen, dann wird er sich irgendwo dazwischen aufhalten. Wenn wir uns zwei Punkte definieren: "gut wie ein Engel" und "schlecht wie der Teufel" und die beiden Punkte verbinden, dann erhalten wir eine Strecke zwischen gut und schlecht. 

Wir Menschen denken gerne in Maßeinheiten. Nehmen wir als Maß die Prozente. 100% gut ist das Maximum an gut, das wir erreichen können und entspricht dem Punkt "gut wie ein Engel". An dem Punkt 0% gut herrscht gleichzeitig 100% schlecht. Es ist der Punkt "schlecht wie der Teufel". Wenn wir uns so eine Skala der Gutartigkeit vorstellen, dann haben wir die Punkte 0% gut und 100% gut und unendlich viele Punkte dazwischen. 

Der Mensch nutzt normalerweise nie die Ecken, sondern immer nur die Strecke dazwischen. Ist er für sich selbst der Meinung, er ist recht gut, dann hält er sich in einem Bereich bei 35% gut auf. Zu Freunden, Bekannten und der eigenen Familie ist er gut. Fremden gegenüber ist er oft unfreundlich, unhöflich, unehrlich und sein Charakter neigt mehr in Richtung schlecht. Er bleibt also in einem Bereich um 35% und verändert seine Position nur wenig. Das was er an Pluspunkte in seiner Familie, seinen Freunden und Bekannten gegenüber sammelt, macht er wieder wett durch Minuspunkte gegenüber Fremden. 

Wenn der Mensch meint, er ist gut, dann hält er sich im Bereich um 25% auf. Ist er bereits so gut, dass andere ihn als Beispiel kopieren, dann ist sein Platz bei 15%. Wie Sie an diesem Beispiel sehen, kommt der Mensch nur sehr schwer an die Grenze 10% heran. 

Dies ist aber genau die Schranke, die er überwinden muss, um mystisch sich stark zu verbessern. Wenn man etwas besonders gut machen will, dann muss man schauen, dass man sich deutlich unter 10% haltet. Diese 10%-Marke ist die mystische Schranke.

Wenn wir uns die zurückgelegte Strecke als Arbeit definieren würden, dann muss man sich weit über 90% hocharbeiten, am besten sicherheitshalber auf 91%, um an der Spitze zu sein.

Diese Schranke von über 90% gilt auch beim Loslassen und dort sogar doppelt. Um wirklich loszulassen, müssen Sie zuerst feststellen, an was Sie alles festhalten. Sie haben dann eine Summe an Maßnahmen, die Sie angehen müssen. Dies will ich an einem Beispiel erläutern.

Nehmen wir an, Sie haben bei sich festgestellt, dass Sie 60 Sachen loslassen müssen. Um jetzt unsere mystische Schranke zu berechnen, nehmen wir 10% von 60 Fällen und kommen auf 6 Fälle, die wir nicht loslassen müssen. Zur Sicherheit reduzieren wir die Anzahl um einen Fall und erhalten 5 Fälle. Wenn die Berechnung nicht ganz aufgeht, reicht es aus, die Zahl abzurunden oder einen Fall abzuziehen und aufzurunden.

Die übrig gebliebenen 55 Fälle müssen wir soweit loslassen, dass sie uns nur noch zu unter 10% stören. Doch auch diese 10% Schranke ist nicht immer gegeben. Leider gibt es hier noch Ausnahmen. Wenn wir beleidigt wurden, dann können wir den jeweiligen Leuten nur ganz vergeben oder gar nicht. Ein Zwischendrin ist nicht möglich. Es ist ein Zustand wie schwanger oder nicht schwanger. 10% schwanger gibt es nicht. Zu diesen Fällen kommen wir aber später. Diese müssen wir extra behandeln.

Wir haben jetzt also erfahren, dass wir diese mystische Grenze von 10% zweimal überwinden müssen. Einmal in der absoluten Anzahl und ein zweites Mal bei der Reduzierung des Loslassens. Problematisch dabei ist jedoch, diese mystisch Grenze von 10% einzuhalten. 

Woher erfahren ich die mystische 10% Grenze?

Schon mehrmals habe ich Sie auf die innere Stimme hingewiesen. Diese wird jetzt bei Ihrer Erleuchtung immens wichtig, denn ohne sie haben Sie keine Chance mehr. Sie kann Ihnen genau sagen, ob Sie die mystische Schwelle überschritten haben. 

Ihre innere Stimme kann Ihnen auf Ihre Nachfragen auch genau mitteilen, wie Sie die Fälle trennen müssen. Wenn Sie nicht genau wissen, ob jetzt ein Problem ein eigenständig zu behandelnder Fall ist oder nicht, kann Ihnen Ihre innere Stimme sicher weiter helfen.

In unserem Beispiel haben wir 5 Probleme festgestellt, die Sie nicht loslassen müssen. Das bedeutet aber für den Erleuchtungszeitpunkt nicht, dass diese Sie weiter so belasten dürfen, wie früher. Sie müssen auch diese zumindest für den Übergang in die Erleuchtung auch soweit loslassen, dass diese Sie nicht mehr stören. Deshalb müssen Sie sich auch von Teilen dieser 5 Fälle sehr stark trennen.

Jetzt wissen Sie, wie Sie vorgehen müssen und wie Sie Ihre Erleuchtung schaffen. Wenn Sie Probleme erhalten bei Ihrer Einweihung, dann liegt es in fast allen Fällen daran, dass Sie nicht losgelassen haben. Dann müssen Sie diese Übungen nochmals wiederholen.

Was bedeutet eigentlich "loslassen"?

Sie finden leicht heraus, was Sie nicht loslassen können. Es sind Sachen, die sich hauptsächlich im Denken, im Fühlen und im Tun abspielen. Es sind Probleme, die Sie immer und immer wieder wiederholen. Sie machen also genau das regelmäßig wieder und hindern sich somit selbst daran sie loszulassen. Erforschen sie sich und stellen Sie fest, an was Sie krampfhaft festhalten. 

Manche Fälle finden nur in unserem Denken statt. Man ist in einem bestimmten Denken drin und meint, dass man den Fall nur immer auf die gleiche Art und Weise lösen kann. Ein Beispiel soll dies klarer machen. Manche suchen z.B. die Freundschaft zu anderen Leuten und biedern sich immer und immer wieder an. Sie werden den Leuten, die sie umwerben, richtig lästig. Hier haben wir einen Fall, der in allen drei Problembereichen vorkommt.

Das Denken der Person ist einseitig ausgerichtet. Sie meint, dass Sie sich aufdrängen muss, um beachtet zu werden. Vom Gefühl her fühlen sie sich zu der Person hingezogen und sie möchten dieses Gefühl durch dauernde und langanhaltende Besuche erhalten und fördern. Ihr Tun zwingt den Leuten die eigene Person auf. Sie merken nicht, dass sie für die anderen lästig werden. Hier können wir leicht feststellen, wie sich das Festhalten auswirkt.

Das dauernde und wiederholte Denken an die andere Person wirkt nachhaltig und penetrant.  Durch das wiederholte Denken an die umworbene Person wird das Fühlen beeinflusst. Man sendet eventuell sogar Liebe, die aber von der anderen Person zurückgeschickt wird, weil sie sich gegen die Werbung sträubt. Durch diese Rücksendung der Liebe wird sie verstärkt und wirkt noch schlimmer im Fühlen. Zum dritten wird die Person dauernd und wiederholt besucht.

Wir haben es also hier mit dauernden Wiederholungen zu tun:
Wiederholung im Denken (Leidenschaft)
Wiederholung im Fühlen (Zuneigung)
Wiederholung im Tun (Besuche)

Das Festhalten wird also geschürt durch dauernde Wiederholungen. Wenn wir die Wiederholungen bereits erkennen, wissen wir, was wir nicht loslassen.

Wovon sollen wir loslassen? Von absolut allem! Von Allem? Jawohl von allem!

Wir Menschen sind gewohnt an allem festzuhalten, um es nie und nimmer zu verlieren. Viele übersehen dabei, dass man überhaupt nichts anketten muss, um es zu behalten. Lassen Sie alles los.

Das Loslassen ist keine Sache, die man jetzt sofort durchführt und dann hat man es geschafft. Sie müssen sich wahrscheinlich lange damit beschäftigen. Mit der Zeit werden Sie immer mehr Sachen loslassen können. Sie werden dann viel ruhiger, denn Sie beschäftigen sich nicht mehr mit unnötigen Dingen, die Sie eigentlich sowieso nicht brauchen. Das Loslassen lässt sich mit vielen Verben beschreiben, z.B. bewerten, urteilen und suchen. Nicht das Suchen ist entscheidend, sondern das Finden.

Um Ihnen Beispiele für das Loslassen zu zeigen, will ich Ihnen sagen, wie lästig es ist, wenn man dies nicht beherrscht. Früher bin ich kilometerweit gefahren, um eine günstige Tankstelle zu finden. Ich habe alle Tankstellen der Ortschaft angefahren, um herauszubekommen, welche am günstigsten ist. Bei dieser Fahrt bin ich dann etwa eine halbe Stunde gefahren und habe festgestellt, dass ich irgendwo ganz wenig sparen kann. Wenn ich die Kosten und die Ersparnisse solch eines Verhaltens genau berechne, dann stelle ich fest, dass die Fahrerei mehr gekostet hat, als die Ersparnis gebracht hat. Wenn man jetzt noch dagegen rechnet, dass man in dieser Zeit besser gearbeitet hätte, dann könnte man immer die teuerste Tankstelle benutzen.

Genauso verhält es sich, wenn Sie immer nur den Sonderangeboten hinterher rennen und in sehr viele verschiedene Geschäfte fahren, um immer nur das Billigste zu kaufen. Würden Sie bei solch einer Fahrt die Kosten und die Ersparnis gegeneinander aufrechnen, dann kommt in den meisten Fällen heraus, dass Sie überhaupt nichts gespart haben. Soll ich jetzt nur noch teure Sachen einkaufen?

Nein! Wenn Sie bisher in den Billigdiscountern einkauften, dann sollen Sie dies künftig auch weiterhin so machen. Rennen Sie aber nicht von Laden zu Laden, sondern kaufen Sie möglichst alles in einem Geschäft ein. Sie werden feststellen, dass der Einkauf für Sie künftig nicht mehr nur Stress und Anstrengung ist. Viele Menschen sind nach einem Einkauf körperlich so müde, weil Sie sich selbst in Stress versetzen und meinen, sie müssten jetzt in dieser kurzen Zeit möglichst viele Geschäfte besuchen und sehr viel erledigen. Wenn Sie beim Einkaufen loslassen können, dann können Sie alles in Ruhe erledigen und haben noch viel Muße und Zeit für andere Sachen. Zum Loslassen beim Einkauf gehört es auch, nicht nur immer das Billigste zu kaufen, sondern auch einmal sich etwas Besonderes zu leisten. Stehen Sie über der Sache.

Das Loslassen ist auch in der eigenen Familie wichtig. Lassen Sie die alten Streitigkeiten los und vertragen Sie sich mit allen Bekannten und Verwandten. Es bringt nichts, wenn Sie an Familienstreitigkeiten festhalten. Sie verbauen sich und den anderen nur die Zukunft. Denn ohne diese Streitigkeiten haben Sie mehr Zeit für andere Sachen. Die meisten dieser Streitpunkte lassen sich sowieso nicht mehr nachträglich lösen und die Probleme beschäftigen Sie immer wieder und lassen Sie sonst nie los. Schließen Sie Frieden mit diesen Personen und ab diesem Zeitpunkt ändert sich Ihr Leben.

Lassen Sie aber auch Ihre eigene Familie los. Für Verheiratete bedeutet dies nicht, dass Sie sich jetzt scheiden lassen sollen. Doch sollten Sie die Bindung nicht so straff halten, dass Sie den Partner praktisch gefangen halten und er oder sie nichts mehr machen darf, ohne dass Sie dabei sind. Wenn Sie Ihren Partner so in Ihren eigenen Kerker werfen, dann wird er nach Chancen schauen aus dem Gefängnis zu entkommen und langfristig wird er Sie verlassen. Wenn man dem Partner Freiheiten lässt, dann hält auch eine Ehe besser.

Für alle Singles bedeutet das Loslassen, dass sie jetzt auch bereit sind, sich mit einem Partner einzulassen. Gehen Sie raus, z.B. auf Veranstaltungen, Kneipen, Bälle usw. und hocken Sie nicht nur in den eigenen vier Wänden herum. Das bedeutet nicht, dass Sie jetzt sehr schnell heiraten sollen. Doch der Mensch ist für die Zweisamkeit geschaffen und nicht für die Einsamkeit. Es ist nicht wichtig, ob Sie verheiratet sind oder laufend wechselnde Partner haben. Sie sollen Ihr jetziges Leben loslassen und sich öffnen für ein Neues. Wer sich allem gegenüber verschließt, hat keine Möglichkeit das Neue zu erkennen, das in sein Leben will.

Alle Dinge und alle Personen, die Sie das ganze Leben begleiten sollen, diese müssen Sie unbedingt loslassen.

Loslassen bedeutet auch, nichts mehr zu bewerten. Jeder Mensch hat gewisse Strukturen und Meinungen, an denen er festhält und die ihm heilig sind. Lassen Sie all dies los.

Wir bewerten normalerweise den ganzen Tag. Morgens bewerten wir die Chancen für den Tag. Zwischendurch bewerten wir die Arbeit. Abends bewerten wir in der Kneipe andere Leute. Sie haben sich ein Wertungssystem aufgebaut und mit diesem System gehen Sie durch das Leben. Sie bewerten alles, was Ihnen über den Weg läuft. Lassen Sie das Bewerten. Nehmen Sie die Dinge und Personen so, wie sie sind. Wenn Sie eine Person anspricht, die Ihnen nach Ihrem normalen Bewertungssystem nicht zusagt, so sprechen Sie freundlich mit dieser Person und beschäftigen Sie sich mit ihr. Sie müssen ja keine Partnerschaft mir ihr eingehen. Lassen Sie los. Bewerten Sie nicht. Alle Menschen sind gleich, egal ob es sich um Bettler, Arbeiter, Kaufleute oder Könige handelt. Der Stand der Person und sein Aussehen sollte Ihnen gleichgültig sein. Ich betone nochmals, bewerten Sie nicht. Doch wie sieht es aus mit der Kirche? Diese sollen Sie auch loslassen!

Damit will ich nicht sagen, dass Sie ab sofort Ihre Religion verlassen sollen. Doch viele Menschen schauen in der Religion nur auf das einzelne Wort oder auf kleine Geschichten. Jeder hält seine Religion für die einzig wahre. Manche Aussagen der Kirchenfürsten und auch der Kirchengründer könnte man auch so auslegen, dass man andere Religionen angehen muss. Manche wollen auch die anderen Religionen vernichten. Eine Religion kann man nicht dadurch vernichten, indem man mit den Mitglieder der anderen Glaubensgemeinschaft kämpft. Eine Religion kann man nur dadurch vernichten, dass man das eigene Denken vorlebt und den anderen so zeigt, dass diese Religion für alle geeignet ist.

Lassen Sie das Einzelne los und schauen Sie sich Ihre Religion als Ganzes an. Egal ob Sie Jesus Christus, Buddha oder Mohammed verehren. Achten Sie nicht zu sehr auf die Leiden dieser Menschen. Lassen Sie diese Heiligen los. Nur so können Sie Ihre Religion als Ganzes in sich aufnehmen und sich fühlen, als ob Sie die Religion in sich haben. Fühlen Sie sich nicht als Mitglied Ihrer Religionsgemeinschaft. Ihr Denken sollte sich so verhalten, dass Sie selbst die Religion verkörpern.

Buddha sagte einmal, er hätte alles Leid überwunden, weil er losgelassen hat. Damit will er uns sagen, dass er alle Krankheiten überwunden hat durch loslassen. Inwieweit lassen Sie Ihre Krankheiten los?

Wenn sie in einer Partei oder Gewerkschaft sind, dann lassen Sie auch diese los. Wie schon gesagt, sollen Sie hier nicht austreten, sondern Ihre Gruppe als Ganzes sehen und sich fühlen, als ob Sie das Ganze sind. Um das durchführen zu können, dürfen Sie sich nicht von einem Problem zum anderen hangeln und nur Paragraphen sehen. Dann hängen Sie in Einzelheiten fest und können nicht loslassen.

Ein ganz wichtiger Punkt beim Loslassen ist auch das Sprechen von Urteilen. Urteilen Sie nicht mehr über andere Menschen. Ein jeder kehre nur noch vor seiner Tür. Sobald Sie über jemand urteilen, legen Sie für sich und wahrscheinlich auch für andere fest, was man über diese Person denken soll. Jedes Urteil beschreibt eine andere Person positiv und oft auch zum Teil negativ. Niemand will von anderen hören, wie Sie ihn gut und schlecht beurteilen. Lassen Sie die anderen Menschen los. Sobald Sie gelernt haben nicht mehr zu urteilen, werden Sie sehr bald den Erfolg sehen. Die anderen Personen fühlen sich in Ihrer Nähe wohl, weil sie wissen, dass man sie so nimmt, wie sie sind. Mit allen kleinen Fehlern. Hören Sie unbedingt auf zu urteilen.

Überprüfen Sie beim Loslassen auch Ihre Interessen und Hobbies. Sie sollten auch hier nicht mehr zu engstirnig denken. Wenn Sie beispielsweise bisher keine Feier ausgelassen haben, dann sollten Sie doch die eine oder andere weglassen. Sie werden feststellen, dass Sie begehrlicher werden, wenn Sie nicht bei jedem Fest dabei sind. Wenn Sie bisher nur zu Hause saßen, dann gehen Sie jetzt auch mal wieder aus und unterhalten Sie sich mit anderen Leuten.

Schauen Sie auch Ihre Hobbies genau an. Wenn Sie fliegen lernen wollen, dann nehmen Sie sich ein Ziel vor. Sagen Sie sich: "Ich habe in drei Jahren die Privatpilotenlizenz". Arbeiten Sie auf das Ziel konsequent hin. Erbringen Sie die theoretischen und fliegerischen Leistungen. Durch das langfristige Ziel, an dem Sie arbeiten, lenken Sie sich selbst von den kurzfristigen Problemen ab und lassen diese los.

Eine gute Hilfe für das Loslassen und das damit verbundene Lösen ist auch ein Umzug. Denn damit befindet man sich wieder in einer anderen Gegend und muss zwangsläufig Teile des bisherigen Lebensraumes loslassen. Man kommt wieder mit neuen Leuten zusammen und löst damit zu enge Verbindungen mit Bekannten auf. Wenn diese Sie dann nach ein paar Monaten wieder sehen, sind diese auch bereit, einen neuen Menschen in Ihnen zu sehen.

Achten sie darauf, dass Sie bei der Arbeit nur an Sachen denken, die für die Arbeit nötig sind. Private Probleme haben dort nichts zu suchen. Gewöhnen Sie sich an nur bei der Arbeit an die geschäftlichen Sachen zu denken und in der Freizeit an die privaten Dinge. Versuchen Sie immer Ihr Bestes zu bringen, aber vermischen Sie die Bereiche nicht. Auch hier ist es notwendig loszulassen.

Bei der Arbeit lassen Sie die privaten Probleme und Ihre Liebschaften beiseite. Sie kümmern sich nur um Ihre Arbeit. Wenn Sie mit Ihrem Partner zusammen sind, dann kümmern Sie sich um ihn oder sie. Geben Sie dem Partner mehr als er oder sie erwartet. Wenn Sie Liebe machen, dann lieben Sie tief und leidenschaftlich. Doch lassen Sie die anderen Probleme aus der Liebe heraus.

Es ist völlig gleichgültig, ob Sie sich gerade bei der Arbeit, oder in der Freizeit, oder mit Ihrem Partner zusammen sind. Lassen sie los von allem, was hier nicht dazu gehört. Kümmern Sie sich immer nur um das, was gerade jetzt wichtig ist. Vermischen Sie nicht Ihre privaten und geschäftlichen Sphären. Solange Sie nicht loslassen können, wird Ihr Gehirn niemals zur Ruhe kommen und Sie beschäftigen sich immer um alles.

Wenn Sie jedoch Ihr Gehirn trainieren, dann werden Sie feststellen, dass der Gedanke, den Sie gestern noch in der Privatsphäre hatten und der eigentlich die Arbeit betraf, auch wieder während der Arbeit kommt, wenn Sie dies wünschen. Testen Sie dies aus. Sie brauchen sich nicht in Ihrer Freizeit mit Problemen Ihrer Arbeit beschäftigen. Diese sollten Sie schleunigst beiseite schieben. Denn während der Arbeit kommen diese Gedanken wieder und dann ist es noch Zeit genug sich darum zu kümmern.

Lassen Sie los und schieben alle Gedanken beiseite, die nicht in Ihre jetzige Sphäre passt. Lassen Sie Ihr ganzes bisheriges Leben los.

Durch das Loslassen brauchen Sie sich um sehr viele Gedanken nicht mehr zu kümmern, die Sie heute noch tagtäglich beschäftigen. Sie werden, was die Gedanken angeht, viel ruhiger. Sie können sich viel mehr um die wirklich wichtigen Dinge in Ihrem Leben kümmern und lassen damit das tägliche Vielerlei los.

Wenn sie die obigen Methoden anwenden, dann werden Sie ganz schnell feststellen, dass Sie nur noch wirklich wichtige Sachen denken. Die unwichtigen Sachen lassen Sie los. Sehr schnell werden sie feststellen, dass das Loslassen zu den wichtigsten Methoden gehört, die man im Leben lernen muss. Das Loslassen ist kein schneller Prozess. Ihr Gehirn wird Ihnen immer wieder neue Teile Ihres Selbst zeigen, und Sie dazu veranlassen, noch weitere Dinge loszulassen. Doch wenn Sie auf dem Weg sind, werden Sie schon bald sehr große Erfolge erkennen. Diese werden Sie dazu veranlassen, den Weg vollständig zu gehen und Ihr ganzes Leben loszulassen.

Die Vergebung

Am Anfang dieses Kapitels habe ich Ihnen erzählt, dass es Fälle gibt, die man nur ganz oder gar nicht loslassen kann. Diese wollen wir jetzt behandeln. Sie kennen jetzt die mystische Grenze und wissen, dass Sie die Probleme, die Sie noch festhalten dürfen trotzdem soweit loslassen müssen, dass diese Sie bei der Einweihung nicht stören. Dies ist aber mit diesen Fällen nicht möglich. Diese Probleme sind für sie so wichtig, dass Sie keine Chance haben, diese nur irgendwie in den Hintergrund zu drängen. Deshalb gilt für Sie: Wenn Sie nicht vergeben wollen, haben Sie keine Chance in die Erleuchtung zu kommen.

Wenn sie inzwischen schon allen und sich selbst vergeben haben, dann brauchen Sie dieses Kapitel nicht mehr durchzulesen. Dann sollten Sie nochmals entscheiden, ob Sie das Buch jetzt beenden wollen oder ob Sie den Weg der Erleuchtung gehen wollen.

Was passiert in Ihrem Verstand, wenn Sie einen Gedanken nicht mehr wegbekommen und fast Tag und Nacht an irgend eine Gegebenheit denken? Es hat Sie jemand beleidigt!

Wenn Sie sich das Wort BeLEIDigung anschauen, dann erkennen Sie direkt, welches Problem Sie haben: LEID. Jede Beleidigung, die Ihnen widerfahren ist, bringt immer nur einem Leid und derjenige sind Sie. Die Person, die Sie beleidigt hat, hat den Vorfall wahrscheinlich schon längst vergessen, oder fühlt sich im Recht oder meint, dass Sie es nicht anders verdient hätten.

Diese Beleidigung macht Sie wütend auf diese Person. Sie wünschen ihr nichts Gutes. Und damit beginnt Ihr Problem. Ihre Gedanken beginnen zu wirken. Aber leider nicht so, wie Sie es wünschen. Sie wirken nicht negativ bei der Person, die Sie beleidigt hat, sondern sie wirken negativ auf Sie. So wie Ihre positiven Gedanken gut für Sie arbeiten, wirken jetzt Ihre negativen Gedanken schlecht für Sie. Die schlechte Energie, die Sie an den anderen senden, wird verstärkt und kommt zu Ihnen zurück. Zusätzlich arbeitet noch das Unterbewusstsein mit und hilft bei der Verwirklichung.

Sie suggerieren Ihrem Unterbewusstsein einen gewissen Hass oder eine Wut auf eine Person. Die einzige Person, die Ihr Unterbewusstsein kennt sind jedoch Sie selbst. Deshalb wird Ihr Unterbewusstsein alles, was in seiner Macht steht in Bewegung setzen, um Ihnen Ihre persönliche Erwartung zu erfüllen. Dadurch wirkt sich dieser negative Gedanke bereits doppelt schlecht für Sie aus.

Aus dieser Sackgasse führt nur ein einziger Weg. Die Vergebung. Sie müssen dieser Person alles verzeihen, was sie Ihnen angetan hat. Das Verzeihen muss nur einmal erfolgen. Sagen Sie sich mental oder mit fester Stimme "Ich vergebe Dir das, was Du mir angetan hast". Sie können auch ganz einfach überprüfen, ob Ihre Vergebung funktioniert. Denken Sie wieder erneut an den Vorfall. Wenn in Ihnen wieder die Wut aufkommt, dann sollten Sie die Vergebung wiederholen.

Nachdem Sie der Person verziehen haben, wird dieser Vorgang Sie nicht wieder belästigen und Sie können wieder an andere Sachen denken. Der Gedanke an den Vorfall ist unwichtig geworden und wird Sie nicht mehr beschäftigen. Sie haben keine negativen Gedanken mehr an irgendwelche Personen.

Überdenken Sie Ihr Leben und versuchen Sie alle Situationen herauszufinden, in denen Sie beleidigt wurden. Verzeihen Sie jetzt den Personen. Ihre Wut an diese Personen sowie die schlechten Gedanken verlassen Sie.

Diese Vergebung sollten Sie unbedingt bei allen Personen durchführen und nicht prüfen, wer Sie schlimm beleidigt hat und welche Beleidigung weniger schlimm war. Sie müssen grundsätzlich allen Leuten verzeihen. Nur so kann sich Ihr Seelenheil verbessern und Sie können wieder ruhig und gelassen an diese Person denken.

Was ist, wenn Sie trotz der Vergebung immer noch an die Sache denken?

Dann haben Sie nicht genug vergeben oder eine oder mehrere Personen vergessen. Vergeben Sie erneut. Überprüfen Sie, ob bei der Sache eine oder mehrere andere Personen dabei waren, denen Sie bisher noch nicht vergeben haben. Vergeben Sie immer allen Leuten!

Die Vergebung ist ein sehr wichtiger Vorgang. Doch das Vergeben selbst besteht aus zwei Teilen. Bis jetzt haben wir uns nur mit einem Teil beschäftigt. Ein ganz wichtiger Teil des Vergebens müssen wir noch besprechen.

Sich selbst vergeben

Sie müssen nicht nur anderen vergeben. Die wichtigste Person, der Sie vergeben müssen, sind Sie selbst. Jeder Mensch hat in seinem Leben Sachen gemacht, mit denen er nachträglich nicht mehr einverstanden ist. Für manche dieser Sachen schämen Sie sich. Für andere Vorgänge kommt Wut in ihm auf. Jeder Mensch ist meist innerlich zu sich selbst kritischer als zu anderen Personen. Deshalb sehen Sie auch Ihre Taten kritischer als andere sie sehen.

Vergeben sie sich diese Taten. Natürlich können Sie nicht alles vergeben. Wenn Sie sich entschuldigen müssen, dann tun Sie es. Wenn dies nicht der Fall ist, dann vergeben Sie sich. Alles, was Sie an Ihrem Leben stört und was Sie nicht mehr verändern können, müssen Sie loslassen. Dies ist meist nur durch die Vergebung möglich. Sprechen sie sich in Gedanken oder normal die Vergebung aus und überprüfen Sie, ob sie wirkt. Viele können anderen besser vergeben, als sich selbst.

Reue

Zeigen sie Reue sich selbst und anderen Personen gegenüber. Die Reue ist eines der mächtigsten Instrumente in Ihrem Leben. Wenn Sie etwas ganz schlimmes gemacht haben, dann sollten Sie die Reue auch anderen Personen gegenüber zeigen. Ansonsten wirkt diese in Ihnen, wenn Sie diese sich selbst gegenüber zeigen. Nicht Ihr Verstand bereut, sondern Ihr Herz. Die Reue muss aus Ihnen kommen, so als wäre der Verstand dazu nicht nötig. Dann wirkt die Reue richtig. Lassen Sie sich richtig hineingleiten in die Reue und durchleben Sie die Reue und leiden Sie damit mit den Menschen, denen Sie weh getan haben. Damit nehmen Sie das Leid, das Sie an andere ausgeteilt haben, wieder an Sie zurück. Fühlen Sie den Schmerz, den Sie anderen zugefügt haben. DurchLEIDen Sie wieder diesen Schmerz. 

Merken Sie worauf ich hinaus will. Sich zu vergeben ist die Reue des Verstandes. Sobald Sie jetzt aber noch Ihr Herz an dieser Sache beteiligen sowie Ihr ganzes Wesen und von innen her den Schmerz und das Leid fühlen, das Sie anderen zugefügt haben, dann sind Sie auf dem richtigen Weg. Er führt dahin, große Teile des Schmerzes wieder zu neutralisieren. Denn das Karmagesetz bedeutet, dass wenn Sie einer anderen Person Schmerz zufügen, werden Sie in irgend einer Form diesen Schmerz wieder zu spüren bekommen. Ob es sich hierbei jetzt um eine Krankheit oder um eine andere schmerzhafte Angelegenheit handelt, eventuell auch einen Unfall. Viele Menschen meinen immer, so ein Unfall passiert aus heiterem Himmel. Aber das ist nicht richtig. Diesem Menschen wird dadurch wieder ein Teil des Leides zugefügt, den er anderen Leuten in irgendeiner Art und Weise bereits zugefügt hat. Solange der Mensch keine Reue zeigt, wird er das Leid auf andere Art erfahren. Die Reue hilft Ihnen aber, diesen Schmerz zu umgehen und für sich selbst zu vernichten.

Machen Sie jetzt unbedingt die Übungen zu diesem Thema.

Ich Segne Sie Mit Liebe, Licht Und Kraft Und Bin Stolz, Dass Sie Alles Losgelassen Haben

Wenn Sie jetzt sich selbst und allen anderen vergeben haben und Ihre Taten bereuen, wären Sie soweit, dass Sie den Erleuchtungsweg einschlagen können. Entscheiden Sie nochmals, ob Sie diesen Weg aufgeben wollen oder ihn konsequent durchführen wollen, ohne wenn und aber.

Inhaltsverzeichnis

vgl. Brian Tracy: Leistungs-Psychologie, Tracy College AG, Mellinger Str. 40, CH-5400 Baden/AG, Schweiz